Noni

Noni (lat. Morinda citrifolia) wächst am Rande der Regenwälder der französisch-polynesischen Insel. Die buschförmige Pflanze kann bis zu sechs Meter hoch werden, hat etwa 30x15 Zentimeter große, immergrüne Blätter und trägt ganzjährig Früchte. Ihre ursprüngliche Heimat liegt jedoch in Südostasien, von wo sie die Siedler mitbrachten, um sie auch in ihrer neuen Heimat zu züchten. Da sie so weit verbreitet ist, haben viele Regionen eigene Namen für diese Pflanze.
In Indien ist sie bekannt unter dem Namen „Indische Maulbeere“, in Tahiti als Nono, auf Samoa und Tonga als Nonu und in Australien findet man sie unter der Bezeichnung Cheese fruit. Die unreifen Früchte sind glasig-weiß und sehr nahrhaft. Da sie in diesem Zustand nicht so unangenehm riechen, werden sie unreif als Nahrungsmittel verwendet. Der Geruch der reifen Früchte schwankt in der Literatur zwischen seifig und nach alten Turnschuhen, ähnlich unappetitlich liest sich der Geschmack: faulig, nach altem Käse.

In der traditionellen Heilkunde dieser Regionen werden alle Pflanzenteile verwendet, die reifen Früchte kocht man so lange, bis das Wasser zur Hälfte verdunstet ist und trinkt dann täglich ein halbes Glas des verbliebenen braunen Suds.



Medizinische Wirkung
Dem Saft werden von seinen Befürwortern allerlei gesundheitsfördernde und heilende Wirkungen nachgesagt, angeblich soll dafür ein Wirkstoff namens Xeronin verantwortlich sein, der jedoch in der medizinischen und pharmazeutischen Fachliteratur völlig unbekannt ist. Das Einsatzspektrum des Saftes reiche von Krebs, Diabetes, Arthritis bis zu Übergewicht und Depressionen. Grundlage der Wirkung sei eine Harmonisierung der aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannten Meridianenergien.

Tatsächlich gibt es zu den angepriesenen Wirkungen keinerlei wissenschaftlich gesicherte Belege. Nachgewiesen wurden lediglich vereinzelt unerwünschte Wirkungen durch den hohen Kaliumgehalt der Frucht wie Durchfall und eine Beeinflussung der Herzfrequenz. Für die Anwendung zur Behandlung von Krankheiten mit Noni-Produkten ist eine Zulassung als Arzneimittel gesetzlich vorgeschrieben, welche innerhalb der Europäischen Union für keine einzige der angeblichen Wirkungen existiert.

Das österreichische Testmagazin „Konsument“ berichtete 2005 über drei Fälle schwerer Leberentzündung nach der Einnahme von Noni-Saft. Diesem Bericht wurde seitens der Herstellerfirma Tahitian Noni International widersprochen.

Ergänzend zu der bereits im Jahr 2003 veröffentlichten Unbedenklichkeitsbescheinigung durch das EU Scientific Committee on Foods (SCF) hat die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) inzwischen einen eigenen Untersuchungsbericht zu dem aktuellen Fall in Österreich veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Tahitian Noni[TM] Juice und Lebertoxizität verneint wird. [1]